Feuerwehr und Rotes Kreuz übten gemeinsam

Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person

Übungsannahme:

Ein Fahrzeug kommt von der Fahrbahn ab, überschlägt sich und kommt wieder auf den Rädern zu stehen. Fahrer und Beifahrern sind verletzt bzw. eingeklemmt. - Ersthelfer sichern die Unfallstelle ab, alarmieren die Einsatzkräfte können sich aber keinen Zugang zu den Verunfallten schaffen, da sich die Türen des Unfallfahrzeuges nicht öffnen lassen.

Übungsablauf:

Der Rettungswagen der Rot-Kreuz Dienststelle Fehring trifft zuerst am Unfallort ein. Die RK-Sanitäter verschaffen sich durch Einschlagen der hinteren Türscheibe mittels Nothammer Zugang zu den Verletzten.

Der Fahrzeuglenker ist bei Bewusstsein und klagt über Schmerzen im Rückenbereich und in den Beinen, ist aber im Fahrzeug eingeklemmt. Er hat offensichtlich einen Schock, ist sehr panisch und verlangt sofort aus seiner misslichen Lage befreit zu werden. Am Kopf hat der Lenker eine Beule, die vom Aufprall auf die Windschutzscheibe herrührt. An einem Unterschenkel ist ein offener Bruch sichtbar und in der Fußmatte hat sich bereits eine Blutlache gebildet, die auf eine stärkere Blutung schließen lässt.

Der Beifahrer ist zwar nicht eingeklemmt, kann aber die Autotür nicht öffnen. Er beteuert immer wieder keine Schmerzen zu haben, doch auch er möchte aus seiner Lage gerettet werden. Auf der Beifahrerseite ist, wie auf der Fahrerseite der Airbag ausgelöst und hängt schlaff herunter.

Die Feuerwehr Hatzendorf trifft mit KRFS, TLF 4000, MTF und KDO an der Unfallstelle ein. Sofort wird die Unfallstelle weiter abgesichert und ein dreifacher Brandschutz aufgebaut. Mittels Bergeschere und Spreizer öffnen die Feuerwehrmänner die Türen des PKW um den RK-Sanitätern den Zugang zu den Verletzten zu ermöglichen. Die Verunfallten werden nun gemeinsam vom Rettungsteam und den Feuerwehr-Sanitätern versorgt.

Während der Bergearbeiten trifft auch die angeforderte Rettungsärztin, Frau Dr. Schuster-Böhm, ein und beginnt mit den erforderlichen notärztlichen Maßnahmen. - Nach nochmaliger Überprüfung seines Zustandes steigt der Beifahrer selbstständig aus und wird von Feuerwehrleuten übernommen und zum Rettungswagen gebracht, wo die weitere Versorgung erfolgt.

 

 

Nach genauer Beurteilung der Lage ist nun eindeutig, dass der Lenker das Fahrzeug nicht aus eigener Kraft verlassen kann. Der offene Unterschenkelbruch, die Rückenschmerzen und der erhebliche Blutverlust lassen das nicht zu. Die Rettungssanitäter entschließen sich den Verletzten mittels Rettungskorsett und Schaufeltrage zu bergen und auf der Vakuummatratze zu lagern. Feuerwehrkameraden unterstützen bzw. ergänzen dabei das Rettungsteam. - Da sich der Gesundheitszustand des schwer verletzten Lenkers während der Bergung verschlechtert, entschließt sich die Ärztin ihn für den Abtransport zu intubieren.

 

 

 


 

Knapp nach erfolgreicher Bergung verschärft sich die Situation dramatisch. Plötzlich beginnt das verunfallte Fahrzeug stark zu qualmen und immer wieder schlagen Flammen aus dem Motorraum. Die Feuerwehr hat die Situation jedoch schnell unter Kontrolle und kann mit Hilfe von Handfeuerlöschern den Brand rasch löschen.

Die Verletzten werden nach erfolgter Erstversorgung mit dem Rettungswagen zur weiteren Versorgung ins LKH abtransportiert.

 

Fazit:

Die gemeinsame Lehrübung verlief ohne Probleme. Die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und der Feuerwehr Hatzendorf ergänzten sich gut. Beide konnten von einander lernen und beide konnten sehen was wer und wie kann bzw. wie was funktioniert, um den Ablauf  im Einsatzfall besser verstehen zu können. Es ist für alle von großem Vorteil, wenn man weiß, was kann der andere und wie muss ich mich verhalten um diesen dabei bestmöglich zu unterstützen. Der Leiter der RK Dienststelle Fehring, Fritz Koller, Einsatzleiter OBI Siegfried Ölweiner und auch HBI Franz Auner waren mit dem Übungsablauf zufrieden.

 

Was sonst noch so geschah:

Die Übung wurde vom Dienststellenleiter des RK Fehring, Fritz Koller, und von BI Anton Lindhoudt moderiert bzw. kommentiert um auch allen zu erklären warum was gemacht wird und wie es gamacht wird.

Den Rettungsleuten aus Fehring wurde dann auch die Möglichkeit geboten, nach vorhergegangener Einführung, den effizienten Einsatz von Handfeuerlöschern zu üben

 

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